massnahmen 2006

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Modul 1:

Etablierung eines trinationalen Konsortiums (FAU Erlangen/Deutschland, Kasr Al Ainy/Ägypten, Al Andalus University/Syrien und Aleppo University/Syrien)

Ziel der innerhalb von Modul 1 geplanten und beantragten Maßnahmen ist die Entwicklung bereits bestehender persönlicher sowie formaler Verbindungen zu einer institutionellen Basis mit Sockelfunktion für alle weiteren und später zu beantragenden Maßnahmen innerhalb des DAAD-Ärzteprogramms. Der entstehende trinationale Partnerschaftsverbund wird neben EGMAN, ARABMED und anderen außeruniversitären Organisationen eine weitere wichtige Ebene des fachlichen Austausches und der Fortbildung darstellen, jedoch mit an den akademischen Ausbildungsorten noch tiefer ansetzenden Innovations- und Entwicklungsmöglichkeiten.

 

 

Was die Medizinische Fakultät der Kairoer Universität Kasr Al Ainy betrifft, soll sie im Rahmen eines ersten Treffens aller Projektverantwortlichen und der Dekane der jeweiligen Medizinischen Fakultäten als eine Art Plattform dienen zur

  • weiteren inhaltlichen Koordinierung weiterer Fortbildungsmaßnahmen für Studierende und Alumni,
  • der Vernetzung u.a. durch Famulaturen von arabischen Studierenden aus Deutschland in ihren Heimatländern,
  • zum Aufbau und zur wissenschaftlichen Profilierung insbesondere der Medizinischen Fakultät der Al Andalus University durch curriculare und wissenschaftspolitische Beratung mit den übrigen starken Partnerhochschulen.

Die innerhalb von Modul 1 geplanten Maßnahmen gliedern sich in drei Blöcke:

a) April 2006, Kairo: Arbeitstreffen der Dekane der Partnerhochschulen: Dieses Arbeitstreffen macht sich, unter Hinzuziehung von Prof. Nawani, einem ausgewiesenen und erfahrenen Experten für Planung des medizinischen Hochschulwesens, zunächst zur entwicklungspolitischen Aufgabe, die Medizinische Fakultät der Partneruniversität Al Andalus bei Ihrer curricularen Entwicklung beratend zu unterstützen; in diese Beratungen werden die betreffenden Erfahrungen der FAU ebenso mit einfließen wie die der Al Ainy University. Ein weiterer wesentlicher Punkt sind Abmachungen darüber, mit welchen Maßnahmen derzeitige, aus Nahost stammende Studierende der Medizin besser auf die Rückkehr in ihre Heimatländer nach Abschluss ihres Studiums in Deutschland vorbereitet werden können und welche Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahmen vor allem EGMAN, die German-Egyptian Society of Gastroenterology and Hepatology, der Deutsch-Syrische Verein zur Förderung der Wissenschaft e.V. und ARABMED spielen werden. Nicht zuletzt stehen die Erarbeitung weiterer Perspektiven für die Hochschulpartnerschaft und die Entwicklung von Projektvorschlägen für den Förderzeitraum ab 2007 auf der Tagesordnung.

b) Die Partnerhochschulen übernehmen im Rahmen ihrer Kooperationsverträge die Organisation von bis zu fünf einmonatigen Famulaturen. Genauer vermitteln sie Erlanger Medizin Studierende aus dem arabischen Raum an Universitätskliniken bzw. privaten Niederlassungen in Ägypten und Syrien. Sie können dabei hervorragend auf direkte persönliche Kontakte und auf vermittlerische Hilfe von EGMAN zurückgreifen.

c) Der Besuch der Dekane der drei Partneruniversitäten in Erlangen im Oktober 2006 dient in erster Linie der Fortsetzung und dem Abschluss der in Kairo begonnenen Beratungen, aber auch der Werbung für die FAU als attraktiver und relevanter Studien- und Forschungsstandort im Fachbereich Medizin. Im Einzelnen sind daher Treffen mit Entscheidungsträgern der FAU für den internationalen und Studienbereich geplant (Rektor, Prorektor für Internationalisierung, Studiendekan der Medizinischen Fakultät) sowie die Besichtigung der Forschungseinrichtungen der FAU. Nicht zuletzt mit den exzellenten Studienbedingungen im Fachbereich Medizin sollen die Gäste aus Ägypten und Syrien bekannt gemacht werden. Im Weiteren werden die Gäste Gelegenheit bekommen, das Max Planck-Institut, das Gründerzentrum für Medizintechnik und SIEMENS Medical Solutions zu besuchen.

Modul 2

Wochenendseminar in Erlangen Oktober 2006:

„Ärztliches Arbeiten in Deutschland und Nahost“

Ziel des beantragten zweitägigen Wochenendseminars ist es, in Deutschland Medizin Studierende aus dem arabischen Raum

  • an die besonderen fachlichen und regionenspezifischen Anforderungen, die an sie nach dem Abschluss ihres Studiums und ihrer eventuellen Rückkehr in ihre Heimatländer gestellt werden, heranzuführen,
  • durch Werbung für die deutsch-arabischen Medizinerverbände in die bestehenden Strukturen schrittweise zu integrieren und mit Alumni zu vernetzen.
  • Das Wochenendseminar dient im Kreise einiger Referenten außerdem als Vortreffen der für Oktober/November anberaumten Sommerschule in Aleppo.

Als Maßnahme ist das Wochenendseminar „Ärztliches Arbeiten in Deutschland und Nahost“ ganz auf diese Ziele zugeschnitten. Vorgesehen ist ein dicht strukturiertes Vortrags- und Workshopprogramm für etwa 20 Studierende; dessen Themen sich von „Strukturen deutscher Entwicklungshilfe im Ausland“ über „Internationale Netzwerke von NGO im medizinisch-entwicklungshelferischen Bereich“, „Aktuelle Entwicklungstrends in den Gesundheitssystemen der Länder in Nahost“ bis hin zu „Besonderheiten der Behandlung arabischer Patienten im westlichen Ausland“ erstrecken. Die Referenten der Veranstaltungen werden zu etwa gleichen Teilen aus Deutschland, Syrien und Ägypten stammen (s. Anl.).

Auf Grund der großen Menge notwendiger Organisationsarbeit und zur Unterstützung der Programmverantwortlichen an der FAU wird die Finanzierung einer studentischen Hilfskraft im maximal möglichen Umfang beantragt.

Modul 4

Sommerschule in Aleppo/Syrien, 28.10.–7.11.2006:

„Aspects of Cross Cultural Medical practice in Europe and Arab Speaking Countries”

Die Organisatoren der zweiwöchigen Sommerschule an der Universität Aleppo, führend Dr. Mahmoud, Vorstandsmitglied des Deutsch-Syrischen Vereins zur Förderung der Wissenschaft e.V. und Wissenschaftlicher Beirat bei ARABMED e.V., beabsichtigen mit der Durchführung einer thematisch breit gefächerten Reihe von Workshops, Vorträgen wie Hospitationen und praktischen Demonstrationen eine Brücke zu schlagen zwischen dem Bedürfnis der Teilnehmer nach fachlicher Qualifikation einerseits, fachlichem und persönlichem Austausch andererseits. Die Sommerschule stellt ein sowohl fachlich wie kommunikativ wichtiges Ereignis dar, das helfen wird, die schon lange bestehenden Kontakte u.a. der Erlanger Herzchirurgie mit den Universitäten in Damaskus und vor allem in Aleppo nicht nur aufzufrischen, sondern ihnen durch den verstärkten Einbezug Studierender aus Deutschland und aus der Region an den Veranstaltungen zu weiteren Zukunftsperspektiven zu verhelfen.

Dr. Mahmoud ist seit 1984 federführender Organisator und Hauptverantwortlicher für die Durchführung der ARABMED-Kongresse (s. Anl.); die Sommerschule wird daher auch in enger Zusammenarbeit mit ARABMED organisiert, dessen 23. internationaler Kongress etwa zeitgleich in Aleppo mit der Sommerschule stattfindet.

Die 18 im Rahmen der Sommerschule geplanten Workshops und Vorträge gruppieren sich inhaltlich breit gefächert auf Pädiatrie, Kinderpsychiatrie, Kardiologie, ästhetische Chirurgie, Orthopädie, Ophthalmologie, Schmerzforschung, Gastroenterologie, Zahnheilkunde und Öffentliche Gesundheit. Sie bieten vor allem den studentischen Teilnehmern einen teilweise vorbereitenden Einblick in die regionenspezifischen Arbeits- und Problemfelder, auf denen sie im Falle ihrer Rückkehr in den arabischen Raum bzw. ihres Verbleibens im arabischen Raum tätig sein werden. Die Workshops und Vorträge ergänzen mehrtägige Hospitationen bei Live-Operationen in der Universitätsklinik von Aleppo mit anschließenden Diskussionen zu Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Die ca. 23 Referenten der Sommerschule sind größtenteils syrischer Herkunft, praktizieren und forschen allerdings an unterschiedlichen Orten in Europa und im arabischen Raum; dadurch ist die Vielfalt der regionalen Fallstudien, denen mit dem Ziel partizipativer Wissensvermittlung besonderes Augenmerk gilt, in hohem Maße gewährleistet. Die Organisatoren der Sommerschule rechnen mit mindestens 40 Teilnehmern.

Zur weiteren Planung, Vorbereitung und Durchführung ist die Anstellung von Hilfskräften sowohl an der Universität Erlangen als auch an der Aleppo University in einem angemessenen Umfang vorgesehen.

Die Universität Aleppo ist leider nicht im Stande, die Finanzierung oder Bereitstellung ausreichender Unterkünfte für alle anreisenden Teilnehmer zu gewährleisten; es wird da her, unter Zuschuss einer 25%-igen Eigenleistung der Teilnehmer, die Förderung der Aufenthaltskosten zu 75% durch den DAAD beantragt.

Perspektiven

Die Programmverantwortlichen und Organisatoren der beantragten Maßnahmen beabsichtigen, durch die Etablierung eines trinationalen universitären Partnerschaftsverbundes eine Basis weiterer und in Zukunft selbstständiger Maßnahmen auf akademischer Ebene zu schaffen. Die Institutionalisierung dieser Partnerschaften ist ein die Arbeit von EGMAN und anderen fachrelevanten internationalen NGOs sinnvoll und notwendig ergänzendes Projekt, das neben der fachlichen Vernetzung, die es schon an sich selbst darstellt, ein wichtiger Beitrag zur fachlichen Qualifikation Studierender, zur Fortbildung ehemaliger Studierender und zum internationalen Austausch zwischen dem Wissenschaftsstandort Deutschland und der beiden für die Entwicklung der Region so zentral Einfluss nehmenden Länder Syrien und Ägypten. In Einheit mit den humanitären Zwecken der Medizin und in seiner internationalen, kulturübergreifenden Dimension stellt das beantragte Vorhaben nicht zuletzt auch einen Beitrag zur Pflege interkultureller Verständigung und damit zur friedenssichernden Konfliktprävention dar.