Ziele 2004

Written by Dr. Grauer.

Mit der Durchführung der im vorliegenden Antrag beschriebenen Projekte möchte die Universitätsklinik in Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ihre seit Jahren bestehenden und ständig prosperierenden Beziehungen zu Hochschulen und einzelnen Wissenschaftlern in arabischen Ländern nicht nur stabilisieren und ausbauen, sondern durch die Etablierung fester Hochschulpartnerschaften zu einer neuen Dimension verhelfen.


Dabei wird die FAU bereits bestehende vielseitige Kontakte und Strukturen nutzen können: eine wichtige Rolle spielte sie bereits bei der vom DAAD geförderten Gründung des AGMAN-Netzwerkes (Arabian-German Medical Alumni Network), dem inzwischen rund 250 Alumni verschiedener medizinischer Fachrichtungen angehören. Mit Prof. Dr. Eckhart Hahn und Dr. Martin Grauer (Medizinische Klinik 1) ist die FAU auch führend an der German-Agyptian Society of Gastroenterology and Hepatology beteiligt sowie mit LOA Dr. Faidi Omar Mahmoud (Herzchirurgische Klinik) am Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Wissenschaft e.V. und an der Union Arabischer Mediziner in Europa e.V. (ARABMED).


Kooperationen mit Universitäten im arabischen Raum im Bereich Medizin:

Seit August 2005 besteht überdies ein Kooperationsvertrag zwischen der FAU und der Al Andalus University, dem, entsprechend dem Anteil, den die FAU durch Dr. Mahmoud an der Gründung der Al Andalus University trägt, für den Aufbau und die weitere Planung dieser Universität große Wichtigkeit zugeschrieben werden muss. Die Universität liegt in Al Kadmus, im Nordwesten Syriens bei Tartus. Prof Röllinghoff, damaliger Dekan der Medizinischen Fakultät der FAU, Liaison Officer Medical Faculty for Al Andalus University hat seinerzeit bei der Grundsteinlegung am 4. Juni 2005 zusammen mit dem Vertreter des deutschen Botschafters in Syrien (Herrn Roland Seeger, Deputy Head of Mission) mitgewirkt. Die Al Andalus-University ist konzipiert als eine Medical School für Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Biomedizin, Hospital Management und Krankenpflege. Sie verfügt bereits über Universitätshospitäler und hat mit WS 2006 den Lehrbetrieb in zwei Fakultäten begonnen.

Seit Oktober 2006 besteht, unterstützt durch das Modul 1 im DAAD Ärzteprogramm, eine Hochschulkooperaton zwischen der FAU und der Aleppo University in Syrien. Prof. Dr. Michael Weyand, Direktor Herzchirurgisches Zentrum in Erlangen wurde als Liaison Officer Medical der Med. Fakultät Erlangen-Nürnberg für die Aleppo University nominiert.

Weiter besteht seit Februar 2005 ein Kooperationsvertrag mit der Ajman University of Science and Technology Network (AUST) sowie seit Juli 2006 eine Kooperation mit der Arabian Gulf University in Bahrein.

Die Hochschulkooperation mit der Cairo University befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. Mit der Universität Damaskus gibt es einen Partnerschaftsvertrag im Bereich der Orientalistik und Geschichte. Zu der Cairo Universtität bestehen über die DAAD unterstützten Aktivitäten sowie die Zusammenarbeit während des German-Egyptian Year of Science and Technology exzellente Kontakte sowohl zum Dekan des Kasr-El Aini Hospitals, Prof. Ahmad Sameh Farid, als auch zur Hochschulleitung wie dem stv. Präsidenten Prof. Dr. med. Hossam Kamel, welcher selbst Mediziner und Alumnus der Universität Köln ist.


Ziele:

Die Projektverantwortlichen begreifen ihre Arbeit als wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Strukturen in den Ländern der Partnerhochschulen. Dabei soll insbesondere der Aufbau der Medizinischen Fakultät und die Entwicklung und Umsetzung deutsch-syrischer Curricula betrieben und unterstützt werden. Der Ausbau und die Pflege dauerhafter Beziehungen mit den jetzigen und zukünftigen Alumni deutscher Hochschulen und anderer Multiplikatoren sind ein weiteres Ziel des beantragten Vorhabens.

Diese knüpft an bereits bestehende Kontakte und Kooperationen in Ägypten und Syrien an, steht aber organisatorisch unabhängig von diesen und setzen einen besonderen Schwerpunkt auf die Qualifikation von Studierenden und Alumni aus den betreffenden Ländern.

Die Programmverantwortlichen und Unterzeichner dieses Antrags streben eine jährliche Fortsetzung der vom DAAD geförderten Maßnahmen in den Jahren 2006-2009 und damit verbunden einen gewissen weiteren Grad an Institutionalisierung der Funktionen an, welche die FAU und besonders die Medizinische Fakultät mit ihren Kliniken im Laufe der letzten Jahre für den arabischen Raum übernommen hat. Mittel- und langfristig werden die FAU und ihre Partner in Syrien und Ägypten konsequent Partner aus der Wirtschaft für die  finanzielle Unterstützung zukünftiger Projekt bewerben. Es gibt hier erfreuliche Entwicklungen. So konnte im September 2007 in Damaskus einen Doppelballon Enteroskopieworkshop für 16 syrische Gastroenterologen durchgeführt werden. Dieser Workshop kam auf Anregung der Firma Fuijon zustande, welche diese neue Technologie in Syrien einführt und Experten für einen Hands-on Workshop mit Modellen und Live- Untersuchung suchte. Dieser zweitägige Workshop wurde komplett vom Partner aus der Wirtschaft finanziert und schuf eine Verhandlungsbasis für weitere Kooperationen.


A G M A N

Arabian German Medical Alumni Network


Einbindung der Aktivitäten aus der Alumniarbeit:

Von 2004 bis 2007 wurden Aktivitäten der Alumniarbeit vom DAAD gefördert. In dieser Zeit entstand AGMAN, das Arabian-German Medical Alumni Network. Es umfasst derzeit 250 Alumni aus fünf arabischen Ländern. Im Rahmen der Aktivitäten 2004-2007 wurden über 25 Workshops, Expertenseminare, Tagesseminare und Sommerchulen in Ägypten, Syrien und Deutschland organisiert und durchgeführt. Für 2008 bis 2009 hatten die Antragsteller einen eigen Antrag auf Förderung gestellt. Dieser wurde mit den darin vorgestellten Maßnahmen an das Ärzteprogramm überwissen, da eine hohe inhaltliche und organisatorische eine hohe Deckung bestand.

Ziel ist nun, die Alumniaktivitäten in das von Hochschulpartnerschaften geprägte Ärzteprogramm einzubringen. Dass die ganz überwiegende Zahl der in AGMAN organisierten Alumni an verschiedenen arabischen Hochschulen tätig ist, erleichtert die Zusammenführung der Programm und Maßnahmen.


Zitat Ziele aus dem Alumniprogramm:

Für die Jahre 2008 und 2009 steht dezidiert die Alumni-basierte Förderung der lokalen Bildungs- und Ausbildungskompetenz im Vordergrund. Dafür bestehen durch die an deutschen Hochschulen ausgebildeten Alumni besonders gute Voraussetzungen. Dem wurde in 2007 durch die in enger Kooperation mit dem German-Egyptian Year of Science & Technology durchgeführten Workshops: „How to prepare a perfect presentation“ und dem für Oktober anstehendem, mit hochkarätigen Referenten besetztem Workshop: ”Scientific work and publishing in the Arabian and African region” Rechnung getragen. An der Cairo University ging das Learning Resource Center, www.lrc.edu.eg Mitte 2006 in Betrieb. Es wird von Prof. Hamit Zoheiry, einem HNO Alumnus der Universität Würzburg geleitet. Dieses sehr gute ausgestattete Zentrum wird von AGMAN aktiv unterstützt, wobei sich hervorragende Synergieeffekte ergeben. So war es z.B. möglich. mit dem „Hands on workshop in interventional endoscopy“ erstmalig im Nahen Osten und Afrika ein Modell für die gesamte endoskopische Dünndarmuntersuchung und praktische „hands on“ Übungen durchzuführen. Kursleiter und fünf ägyptische Tutoren waren während durch ihren Deutschlandaufenthalt und durch die Expertenseminare in Erlangen so gut qualifiziert, dass der Kurs auf Deutsch, Englisch und Arabisch abgehalten werden konnte. Trotz einem erheblichen technischen Aufwand war es hiermit möglich, eine in Deutschland entwickelte und verbesserte Ausbildungstechnologie modernsten Standes mittels Alumni in Ägypten zu etablieren.


Die Aktivitäten sind bei den Alumni aus Syrien, Libyen, Sudan und Ägypten auf großes Interesse gestoßen und dokumentieren den Nutzen, erfahrene Alumni in die Organisation und Weiterbildung einzubinden.

Mit der Alumni-basiertem Förderung der lokalen Bildungs- und Ausbildungskompetenz steht u.E. ein exzellentes Instrument zur Vertiefung der Hochschulkoopeationen zur Verfügung. Dies insbesondere dann, wenn Alumni aktiv und „auf Augenhöhe“ Organisation und Durchführung übernehmen.